Film mit Ulrich Tukur, Georg Friedrich, Benno Fürmann, Johanna Wokalek und Simon Schwarz ab 24.04.2009 auf Blu-ray
Nordwand bietet technisch perfekt gemachte Unterhaltung mit Starbesetzung und Hochspannungsgarantie. Die Geschichte um die Erstdurchsteigung der Eiger Nordwand ist legendär und an Dramatik kaum zu überbieten. Während im fernen Berlin unter den Argusaugen der Nazis die Jugend der Welt ihre Olympiade austrägt, ereignet sich im Schatten des Eigers eine Tragödie die einem noch heute eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Auch wenn der Stoff aufgrundseines vorbelasteten Genres seine Tücken hat (im dritten Reich war der Bergfilm Spielwiese für nazionalsozialistisches Ideengut), durfte man sich auf die Verfilmung freuen. Nicht zuletzt weil mit Videocliproutinier Philip Stölzl einer der spannendsten deutschen Filmemacher für die Regieverantwortlich zeichnet. Toni Kurz (Benno Führmann) und Andi Hinterstoisser (Florian Lukas) sind zwei draufgängerische Berchtesgadener Alpinisten. Zwischen Hitlergruss und Latrinenputzen haben sie nur eins im Kopf: den Angriff auf die Eiger Nordwand. In den Berliner Zeitungsstuben hingegen denkt man stramm nationalsozialistisch nur an die Verwertbarkeit der Beiden als arische Berghelden. Während die bayerischen Burschen die 800km bis in die Schweiz auf ihren Drahteseln bewältigen, reist der opportunistische Sensationsreporter Henri Arau (Ulrich Tukur in einer Paraderolle) im erste Klasse Abteil an. Pikanterweise wird er von der jungen Volontärin Luise (Johanna Wokalek) unterstützt, ihres Zeichens auch aus Berchtesgaden und, wie es der Drehbuchzufall will, Tonis Jugendliebe. Im Luxushotel am Fuss der Felswand versammelt sich schliesslich ein voyeuristisches Publikum umvon der Sonnenterasse das Schauspiel in der Wand zu verfolgen. Doch niemand ahnt welches Drama der Berg für sie bereithalten wird. Nordwand hat seine unbestreitbaren Stärken dort wo der Film den Zuschauer in die Felswand mitnimmt. Mag die Liebesgeschichte zwischen Toni und Luise konstruiert wirken und das Nazigedöns im Hintergrund ein wenig platt sein, so entfaltet das Drama seine Qualitäten spätestens im einsetzenden Schneesturm. Hier bleibt Regisseur Philipp Stölzl (Baby) ganz nah an der Realität. Und die hat es in sich. Der Aufstieg beginnt vielversprechend. Nachdem sich Kurz und Hinterstoisser mit zwei Ãsterreichern zusammengetan haben gelingt den Bergsteigern ein wagemutiges Manöver das sie zügig in höhere Lagen vordringen lässt und bis heute als âHinterstoisser Quergang
Regie:
Länge:
120 min
Altersfreigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren
Seitenverhältnis:
16:9 - 2.35:1